WARUM DER PFLEXIT DEFINITIV NICHT AN FAHRT GEWINNEN DARF

Hast Du innerlich schon gekündigt? Bist Du im Kopf schon im Pflexit-Modus?

Die Corona-Pandemie ist leider nicht nicht “nur” ausschließlich eine Gesundheitskrise. Sie ist eine riesengroße Katastrophe, die uns Pflegenden seit über einem Jahr alles abverlangt. Wirklich alles. Und ja, das macht etwas mit unserer Berufsgruppe.

Ein Drittel der Pflegefachkräfte erwägt aufgrund Überlastung, aus dem Pflegeberuf auszusteigen. Mangelnde Schutzausrüstung sowie keine oder unsystematische Corona-Tests sind weitere Beweggründe. Das hat eine bundesweite Umfrage des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfKergeben. Im Dezember 2020 hatten rund 3.600 Pflegende daran teilgenommen.

In den vergangenen Tagen las ich zudem häufig und immer wieder den Begriff “Pflexit”. Vor allem in den sozialen Netzwerken wird aktuell davor gewarnt. Grund genug, um diesem Thema einen Blogartikel zu widmen.

Eine mega Aktion fand am 31.03.2021 auf ProSieben zur besten Sendezeit statt: Bei der Aktion Joko und Klaas gegen ProSieben wurde unter dem Hashtag #nichtselbstverständlich über Stunden ein Live-Mitschnitt im Alltag einer Pflegefachkraft gezeigt. Dazu unzählige persönliche Berichte von Pflegekräften.

Die Begeisterung in den sozialen Medien war grenzenlos. Der Sender arte schrieb auf Twitter: “Was da gerade bei ProSieben passiert, dürfte ein Stück deutsche TV-Geschichte sein. Chapeau”.

Aber zuerst einmal: Was bedeutet Pflexit denn eigentlich?

Im Grunde ist Pflexit ebenso eine Wortschöpfung wie der Begriff Brexit, also der Austritt von England aus der EU. Pflexit besteht aus dem Begriff Exit und der Beobachtung, dass immer mehr Pflegekräfte dem Pflegeberuf den Rücken kehren. Und kündigen. Grob gesagt, ist Pflexit der Austritt von Fachkräften aus der Pflege.

In der Onlineausgabe der Welt ist am 09.03.2021 zu lesen: “Deutschland hat während der Pandemie über 9.000 Pflegekräfte in Krankenhäusern und in der Altenpflege verloren. Das geht aus Daten der Bundesagentur für Arbeit hervor. Besonders betroffen ist demnach die Krankenpflege in den Kliniken.”

(Lies hier den ganzen Artikel.)

Auch in der Vergangenheit gab es den Begriff “Pflexit” schon einmal. Er wurde benutzt, um die Ausgliederung der Pflegepersonalkosten aus der Krankenhauskostenberechnung per DRG zu benennen. Ein sehr komplexes Thema, welches ich Dir hier gerne ersparen möchte.

(Falls es Dich doch interessiert, geht es hier zum Artikel.)

Meine Podcast-Episode zum Pflexit

In dieser Episode spreche ich über meine Gedanken zum Pflexit. Und dem Ausweg für uns. Es geht zudem um eine langfristige Lösung in Richtung einer professionellen und anerkannten Pflege.

Podcast Nr. 40 – Klick auf das Bild.

Gründe für einen persönlichen Pflexit

Die persönlichen Gründe, um dem Pflegeberuf den Rücken zu kehren, sind vielfältig. Da es seit Jahren im System krankt, war Corona nur der Auslöser, um sämtliche Schwachstellen in das Licht der Aufmerksamkeit zu rücken.

Fehlende Anerkennung, unangemessene Löhne, schlechte Rahmenbedingungen und fehlende fachliche Gleichstellung – allesamt Gründe, die dauerhaft eine unterschwellige Unzufriedenheit auslösen.

Ja, die Berufsgruppe wird als systemrelevant eingestuft. Aber nein, sie erfuhr als solche kaum politische Unterstützung in den letzten Jahren. Genau diese Tatsache erschwert die innere Bereitschaft, sich weiterhin einem System hinzugeben, dass sich nicht um die Einzelnen bemüht.

Pflegekräfte verlieren ihren Glauben daran, dass sich im System etwas ändert, wenn nach einem Jahr Corona-Pandemie noch immer dieselben schlechten Bedingungen im Berufsleben und im Alltag bestehen.

Persönliche Gründe für den Pflexit im Kopf sind auch Erschöpfung und dauerhaftes Ausgebrannt sein. Burnout-Gefahr im eigenem Erleben. Die Pflegenden haben ihr “Warum” verloren und sehen keinen Sinn, sich länger solch einem System aufzuopfern.

(Im Artikel der carewelt.de werden weitere Gründe gut erklärt. Hier geht`s zum ganzen Artikel.)

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Mehr zur Challenge – klick auf das Bild.

“Pflegt Euch doch selbst!”

Mit dieser Schlagzeile berichtete die Zeitschrift Spiegel Wirtschaft am 23.03.2021 in einem Artikel über zwei Schicksale:

“Ausstieg aus den Pflegeberufen. Pflegt euch doch selbst!”

Viele Pflegekräfte wollen und können einfach nicht mehr. Tausende haben den Beruf verlassen. Der Pflexit wird zum Trend auf Twitter. Und zum Problem an deutschen Kliniken. In dem Artikel berichten zwei Aussteiger genau hiervon.

(Hier geht`s zum ganzen Artikel.)

An dieser Stelle erneuere ich nochmals meine Eingangsfragen: Hast Du innerlich schon gekündigt? Bist Du im Kopf schon im Pflexit-Modus?

So organisieren wir unsere Berufsgruppe richtig

Du willst dauerhaft und nachhaltig etwas für die Pflege unternehmen, bist aber kein Typ für den Rednerpult und die Politik?

Mein Tipp: Gib Deine Stimme an eine Organisation, die gezielt Professionalisierung in der Pflege unterstützt. Für Gehälter und Rahmenbedingungen sind tatsächlich drei unterschiedliche Gruppierungen wichtig:

Der Berufsverband, die Gewerkschaft und die Pflegeberufekammer.

Hast Du das gewusst? Falls nicht, gibt dieser Ausschnitt aus dem Flyer des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) eine erste grobe Übersicht:

Pflexit
Screenshot DBfK Flyer vom 29.03.2021

(Hier geht`s zum Original-Flyer.)

“Das Problem ist hausgemacht”

Es gibt auch Stimmen, welche der Pflege den Ball zurückspielen. Die Pflege sei seit Jahren schlecht organisiert und kaum politisch engagiert. Nun nur nach politischen Hilfen zu rufen, sei auch nicht die richtige Lösung.

Pflegende und Arbeitgeber:innen dieser Branche müssten lernen, die Bedingungen so zu verändern, dass die Rahmenbedingungen und das Klima für Arbeitnehmer:innen verbessert werden.

Einen kritischen Artikel hierzu veröffentlichte der Tagesspiegel am 31.01.2020. Der Autor: Andreas Westerfellhaus.

Andreas Westerfellhaus ist Pflegebevollmächtigter beim Bundesgesundheitsministerium. Dort hat er den Posten eines Staatssekretärs. Westerfellhaus ist ausgebildeter Krankenpfleger und leitete die Krankenpflegeschule der Westfälischen Kliniken in Gütersloh.

(Hier geht`s zum ganzen Artikel.)

Selbsthilfe für Dich

Selbsthilfe ist Hilfe für Dich. Hilfe durch Dich. Von Dir selbst. Für Dich selbst.

Auf meiner Website gibt es einige Angebote für Dich, um Dich zu entspannen oder Selbstfürsorge zu üben.

Hier geht`s zu meinen Angeboten.

In meiner Arbeit folge ich hilfreichen Ansätzen

Im Zusammenhang mit dem Pflexit bedeutet dass für mich:

  1. Pflege Dich!
    (Selbstfürsorge / Selbstliebe.)
  2. Pflege Dein Umfeld!
    (Beziehungen privat und beruflich.)
  3. Pflege Empowerment!
    (Lehne Dich an der richtige Stelle auf, gib Machern Deine Stimme oder werde selbst wirksam für Deine soziale Berufsgruppe.)

Der Bereich der Selbsthilfe ist mir besonders wichtig, da wir hier selbst aktiv werden und so ins Handeln kommen können.

Resilienz ist die Fähigkeit, mit Herausforderungen und Krisen im Leben umzugehen. Jeder Mensch hat einen anderen Zugang zur Krisenbewältigung. Meist gab es in unseren Leben schon das eine oder andere größere Problem oder eine Krise.

Wie war das damals? Rückblickend betrachtet: Was hast Du daraus gelernt? Was könnte Dir auch jetzt helfen, diese Phase im Leben besser durchzustehen?

Die #NöPflexit Challenge – mein Hilfsangebot für Dich

no Pflexit Challenge
Klick auf das Bild.

In der #NöPflexit Challenge geht es genau darum. Um Dich.

Es ist eine 22-Tage-Challenge, die wir auf Instagram gemeinsam durchführen. Eine einzigartige Mini-Gruppe von höchstens 20 Menschen. Mit exklusiver Betreuung.

Die Challenge: 22 Tage. Tägliche Impulse. Viele Informationen rund um das Thema Pflexit und Dein Wohlbefinden.

Du bist ausgelaugt und hast innerlich schon mehrfach gekündigt? Eine andere Stimme in Dir will diesen Job aber nicht aufgeben? Etwas in Dir glaubt daran, dass es besser wird? Du glaubst daran, dass Dein Beruf zukünftig mehr Anerkennung, eine gerechte Entlohnung und verbesserte Rahmenbedingungen erfährt?

Dann bist Du in der Challenge genau richtig!

Ich helfe Dir, diesen Impuls zu einem festen Bestandteil in Deinem Alltag zu verwandeln. Hab wieder Freude am Arbeitsleben trotz Corona!

Hört sich gut an und Du bist interessiert? Dann klicke hier für mehr Infos. 

Ich freue mich schon jetzt auf Dich! Du bist ein Geschenk – also zeige Dich der Welt. Verschenke Dich und Deine Berufung an alle, denen es danach besser geht.

Fazit

Zusammenfassend möchte ich zwei Dinge sagen:

  1. Ich kann Menschen verstehen, die derzeit am Ende ihrer Kräfte sind. Ich selbst bin ja auch unter den Bedingungen und meinen eigenen Ansprüchen zusammengebrochen. I feel you.

    ABER
  2. Ich glaube dennoch, dass es eine bessere Welt für Pflegende geben kann. Der Beruf und vieles mehr im sozialen Bereich sind so erfüllend, dass Mitarbeitende sich danach sehnen, unter besseren Bedingungen arbeiten zu können.

Ich wünsche mir sehr, dass die derzeitige Situation und alle Bestrebungen, in den sozialen Netzwerken und in den Berufsverbänden, Pflegekammern und bei Verdi, Früchte tragen. Dazu braucht es uns. Wir haben eine Stimme. Wir können mitwirken, wie in vielen anderen Professionen auch.

Wir sind so unfassbar viele Menschen, die im Beruf arbeiten – und wir alle haben eine Stimme. Wir sollten uns organisieren und für unsere Sache einstehen. Und Forderungen stellen an den Stellen, wo wir gehört werden. Dazu braucht es Pflegekammern, Berufsverbände und auch eine Lobby bei Verdi.

Wo gibst Du Deine Stimme hin? Wer vertritt Dich in höheren Ebenen?

Im persönlichen Umfeld können wir auch einiges bewirken – und zum positiven Bild von Pflege beitragen. Hier kommt es auf Dich an!

Wie sprichst Du über Deinen Beruf? Wie kümmerst Du Dich um Dich selbst? Wie stehst Du im Team für Dich ein? Und wie arbeitet ihr gemeinsam daran, Pflege vor Ort professionell auszudrücken?

Deine Meinung ist mir wichtig

Weil alle guten Dinge drei sind, stelle ich nun nochmals abschließend meine Eingangsfragen: Hast Du innerlich schon gekündigt? Bist Du im Kopf schon im Pflexit-Modus?

Lass es mich in den Kommentaren unter diesem Beitrag wissen. Oder schreibe mir eine Nachricht bei Instagram:

doreenfalkenthal oder
sozial_berufen_podcast

Ich freue mich, wenn wir uns austauschen und gemeinsam einen Weg finden, dass Du wieder mehr Freude am Arbeitsleben gewinnst.

Herzliche Grüße
Deine Doreen

PS: Am 01.04.2021 war ich auf Instagram live im Gespräch mit Kata. Sie ist eine junge Pflegefachkraft aus München, die sich berufspolitisch stark engagiert. Ihre Anregungen, aktiv zu werden und das System zu verstehen, um wirkliche Veränderungen voranzubringen, sind mitreißend. Schaue Dir gerne hier die Aufzeichnung an.

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